Die Historie

Der einfache Mühlenbesitzer aus dem Nordelm, Georg Wilhlem Wahnschaffe, erwarb im Jahre 1764 das Rittergut Üplingen, welches ihm erst 10 Jahre später auf Grund besonderer Verdienst bei der Trockenlegung des Großen Bruches (ein Sumpfgebiet bei Oschersleben) rechtmäßig zugesprochen wurde. Zudem wurde ihm der Titel "Braunschweigisch-Lüneburgischer Drost" verliehen.

Der Drost Wahnschaffe wollte Üplingen zum Familienstammsitz machen und begann mit dem Bau von insgesamt 36 Kolonistenhäusern und anschließend mit der Errichtung einer großen Gutsanlage mit Herrenhaus, einer äußerst interessanten Kirche und Schule. Das Dorf Üplingen entstand.

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Der Gutshof im Jahre 1934

Die Luftaufnahme zeigt den kleinen Ort Üplingen. Im Mittelpunkt befindet sich der Gutshof mit dem prächtigen Gutshaus, der Kornbrennerei sowie den zahlreichen Wirtschaftsgebäuden, Stallanlagen und dem Gutspark.
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Um die Oktogonkirche herum sind noch Kolonistenhäuser zu sehen. Um diese Zeit lebten in Üplingen ungefähr 400 Einwohner.

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Die Gebäude auf dem Gutshof 1995

Die verwahrloste Gutsanlage (Entstehung 1775 bis 1780) zeigte sich mit Beginn der 90er Jahre in einem buchstäblich heruntergekommenen Zustand.
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Nach Kriegsende und zu DDR-Zeiten unterlag das Gutshaus einer wechselvollen Nutzung, wie beispielsweise als Flüchtlingsunterkunft, Kindergarten, Bibliothek, Gemeinde- schwesternstation, Unterkunft von Bautrupps der sowjetischen Streitkräfte und Jugendklub.

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Sanierung der Gebäude auf dem Gutshof 1999-2009

Mit der Übernahme des Gutshofes, der Parkanlage und der ehemaligen Landarbeiterhäuser durch die Stiftungsgut Üplingen GbR wird mit der Sanierung und Instandsetzung der Anlage begonnen.
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Das Herrenhaus erhält ein neues Dach, neue Türen und Fenster, eine neue Treppe, Heizung und Fassade. Im Gebäude entstehen neue und moderne Veranstaltungsräume unterschiedlicher Größen.
Die Gebäude auf dem Hof werden ebenfalls saniert (neue Dächer, Fenster usw.)

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Sanierung der Oktogonkirche 1999-2002

Die barocke Kirche befand sich ebenfalls in einem sehr desolaten Zustand. Das einst so prachtvolle Gebäude wurde zu DDR-Zeiten immer bedeutungsloser und zeigte sich Anfang der 90er Jahre völlig verfallen. Das Dach war beschädigt, die Fenster kaputt, das Inventar beschädigt oder gestohlen.
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2002 erfolgte die feierliche Einweihung der restaurierten Kirche, die mit ihrer individuellen Geschichte und seltenen Bauart ein ganz besonderes Kleinod in Deutschland darstellt. Vom Altar ist leider nur noch die Rückwand zu sehen, aber dennoch wurde das Objekt im Rahmen der Möglichkeiten so originalgetreu wie möglich restauriert.
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Gruft der Kirche

Georg Wilhelm Wahnschaffe
* 12.04.1710 Frellstedt    + 12.09.1791 Üplingen
Braunschweig-Lüneburgischer Drost
Erbauer dieser Kirche

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Sanierung der Häuser im Dorf 1999-2004

Durch die Stiftungsgut Üplingen GbR wurden im Laufe mehrerer Jahre zahlreiche Häuser im Ort saniert und anschließend vermietet. Das Zweifamilienhaus in der Kirchstraße erhielt neben einem neuen Dach auch neue Fenster samt Eingangsbereich mit Treppe sowie moderne Sanitäranlagen und eine Heizung.

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Das ehemalige Meiersche Bauernhaus wurde 2004 saniert an zwei Mietparteien übergeben und zählt heute zu einem attraktiven Blickpunkt im kleinen Bördedorf Üplingen.

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Die alte Schule in neuem Glanz 2004

Die alte Schule wurde 1855 erbaut, wobei durch den Anstieg der Schülerzahlen im Jahre 1894 ein größerer Klassenraum angebaut wurde. Die Kosten dafür trug die Herzoglich Braunschweigische Lüneburgische Kammer. 1945 wurde die Schule geschlossen und anschließend als Kindergarten genutzt. Heute erstrahlt das geschichtsträchtige Gebäude in neuem Glanz und bietet als Üplinger Dorfgemeinschaftshaus genügend Raum für Feierlichkeiten und Zusammenkünfte der Einwohner.
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Rekultivierung der Parkanlage 1999-2004

Im Zeitraum von mehreren Jahren wurde der verwahrloste Gutspark in ein ansehnliches Kleinod verwandelt. Der Teich wurde ausgebaggert und kultiviert, neue Wege angelegt, das Gelände von Unrat befreit und mit der Pflege der Baum- und Strauchbestände begonnen.

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Die Anlage bietet nun mit seinem alten Baumbestand die Möglichkeit zu Spaziergängen und lädt zum Verweilen ein.

Zeitplan

1049 >>
Am 02.Januar schenkt Kaiser Heinrich III dem Bistum Halberstadt das Dorf Üplingen
1774 >>
Drost Georg Wilhelm von Wahnschaffe kauft das Rittergut Üplingen
1770 >>
Neubau einer Schule
1775-1780 >>
Erbauung des Gutshofes mit Gutshaus
1786 >>
Grundsteinlegung der Oktogon-Kirche
1788 >>
Einweihung der Kirche am 8.Juli
1791 >>
Drost Georg Wilhelm von Wahnschaffe verstirbt
1791 >>
Der 5. Sohn von Wahnschaffes wird Nachfolger in Üplingen
1811 >>
Das Gut wird veräußert und wechselt innerhalb der nachfolgenden 7 Jahre zweimal den Besitzer
1818 >>
Das Gut geht in den Besitz der Herzoglich Braunschweigschen Kammer über und Wahnschaffes werden Pächter
1820 >>
Errichtung des Oberhofes
1848 >>
Entstehung der Neustadt (mehr Arbeitskräfte nötig wegen Zuckerrübenanbau)
1850 >>
Die Bewirtschaftungsfläche vergrößert sich und der Altonaer Hof wird gebaut
1945 >>
Pächter Arnold von Wahnschaffe wird mit seiner Familie ausgewiesen und flieht nach Westdeutschland
1945 >>
Das Gut wird der Verwaltung der Stiftungsgüter des Landes Sachsen-Anhalts unterstellt
1953 >>
Das Gut wird der Verwaltung Volkseigener Güter unterstellt
1958 >>
Die Gebäude und das Land werden zu Volkseigentum erklärt
1990 >>
Nach der Wiedervereinigung geht das Gut an die Treuhand und anschließend an die Braunschweig-Stiftung
01.07.1999 >>
Die Stiftungsgut Üplingen GbR erwirbt den Gutshof, die ehemaligen Landarbeiterhäuser sowie die Parkanlagen
>> sie pachtet die Brennerei und das Ackerland von der Braunschweig-Stiftung
>> Pächter sind die Landwirte Jörg Hartmann und Horst Düll
>> Geschäftsführer ist Karlheinz Lichtschläger
1999-2009 >>
Unter der Leitung von Karlheinz Lichtschläger (gestorben 31.7.2009) entwickelt sich die Gutsanlage und das Dorf Üplingen zu einem idyllischen Kleinod in der Magdeburger Börde. Sein Wirken zeichnet sich aus durch soziales und regional-politisches Unternehmertum und macht das Dorf Üplingen und seine Einwohner über die regionalen Grenzen hinaus bekannt.

Karlheinz Lichtschläger